Beispielhafter Ablauf einer Einheit bei Mio Tempo:
Eine Einheit bei Mio Tempo dauert in der Regel 60 Minuten – bewusst gewählt, um den Teilnehmenden ein umfassendes, ganzheitliches Erlebnis rund um das Pferd zu ermöglichen. Jede Phase trägt dazu bei, Körper, Geist und Sinne einzubeziehen und eine vertrauensvolle Beziehung zum Pferd als Interaktionspartner aufzubauen.
Mir ist es besonders wichtig, dass alle Beteiligten ohne Druck und in ihrem eigenen Tempo eintauchen können – in die Begegnung mit dem Pferd, in die Umgebung und in die eigene Wahrnehmung.
So entsteht eine echte Verbindung zum Pferd und zu sich selbst.
1. Ankommen & Begrüßung (5–10 Minuten)
Zu Beginn ist Raum zum Ankommen. Wie geht es mir heute? Was bringe ich mit? Was brauche ich? Gemeinsam wird die Stimmung wahrgenommen und der Ablauf der Einheit besprochen. Ein bewusster Start schafft Ruhe und Orientierung.
2. Pferd holen & Begrüßung des Pferdes (5 Minuten)
Die Begegnung mit dem Pferd steht im Mittelpunkt. Das Pferd wird begrüßt, gestreichelt und langsam auf die kommende Einheit vorbereitet. Dabei entsteht Bindung und Vertrauen. Erste Berührung, erste Wahrnehmung, erstes In-Kontakt-Gehen. Hier beginnt Beziehung – achtsam, respektvoll und ohne Druck.
3. Pflege & Versorgung (15-25 Minuten)
Die Körperpflege des Pferdes – Fell bürsten, Hufe auskratzen – fördert Achtsamkeit, motorische Fähigkeiten und eine sinnliche Verbindung zum Tier. Diese Phase macht erste Kommunikation ohne Worte erlebbar.
Das Erspüren von Wärme, Fellstruktur, Atmung und Reaktion des Pferdes spricht alle Sinne an. Diese Phase ist ein wesentlicher Bestandteil der Einheit - das Pferd wird ganzheitlich wahrgenommen und Verantwortung erlebt.
4. Individuelle Vorbereitung des Pferdes (5–10 Minuten)
Je nach Zielsetzung wird das Pferd mit passendem Equipment vorbereitet – mit Reitpad, anderem Halfter, Hufschuhen oder auch ganz ohne zusätzliche Ausrüstung. Diese bewusste Vorbereitung ist Teil der gemeinsamen Arbeit und stärkt Struktur und Verantwortungsgefühl.
5. Gemeinsame Aktivität & vertiefende Begegnungszeit (15–25 Minuten)
Ob Bodenarbeit, freies Arbeiten, geführtes oder freies Reiten, Wahrnehmungsübungen oder einfach intensives Zusammensein – die Form richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen der Teilnehmenden. Ziel ist nicht „Leistung“, sondern Erleben, Spüren, Regulieren und in Verbindung sein. Schwerpunkte können körperliche Wahrnehmung, emotionale Stabilität, soziale Interaktion oder Bewegungskoordination sein.
6. Nachbereitung & Abschluss (ca. 10 Minuten)
Das Pferd wird versorgt, Hufe werden gereinigt, Ausrüstung abgenommen und das Pferd verabschiedet. Zum Abschluss gibt es Raum für eine kurze Reflexion. Was habe ich heute erlebt? Was nehme ich mit?
Warum 60 Minuten sinnvoll sind:
Die Dauer ermöglicht ein ganzheitliches, sinnliches Erleben – von der Begegnung mit dem Pferd, über Pflege und Vorbereitung bis zur aktiven Begegnungszeit und Nachbereitung.
Jede Minute trägt dazu bei, die Beziehung zum Pferd zu vertiefen und die Einheit als umfassendes Lern- und Erfahrungsangebot zu gestalten.
Wichtig ist mir, dass die Teilnehmenden mit allen Sinnen und ohne Druck eintauchen dürfen, um eine echte Verbindung zu Pferd, Umgebung und sich selbst herzustellen.
Jede Phase ist Teil des Prozesses. Nicht nur das Reiten, sondern das gesamte Miteinander mit dem Pferd bildet die Grundlage meiner Arbeit.